Kurzes Glossar zu den Begriffen, die das Quotenboard verwendet. Datenbasiert, ohne Wettempfehlung.
Wie lese ich eine Zeile im Quotenboard?
Beispiel mit konkreten Werten — so kommt eine Markierung auf eine echte Zeile zustande.
20:00 · Premier Lg · Arsenal vs Tottenham
1: 2.10 X: 3.50 2: 4.20
Median aus 8 Büchern. Vor 12 Stunden stand „1“ noch bei 2.30.
Die Zahlen sind Mediane: Für jede Auswahl sortiert ValueKick die Quoten aller Bücher und nimmt die mittlere. Ein einzelnes Buch kann den Median nicht verziehen — genau dafür ist er da.
Bewegung: Der Median für „1“ ist von 2.30 auf 2.10 gefallen. Der Markt hält Arsenal heute für wahrscheinlicher als gestern Abend. Das ist die Beobachtung — warum, steht hier nicht, weil wir es nicht wissen.
Streuung: Liegen die 8 Bücher eng beieinander, sind sie sich einig. Liegen sie weit auseinander, sind sie es nicht. Beides ist eine Aussage über den Markt, nicht über das Spiel.
Ausreißer: Steht ein einzelnes Buch weit neben den anderen, wird das markiert. Ob dieses Buch mehr weiß oder sich schlicht vertan hat, ist von außen nicht zu erkennen.
Was das nicht bedeutet: ValueKick sagt nicht, dass eine Quote zu hoch oder zu niedrig ist. Der Median ist kein „richtiger“ Preis, sondern nur der, auf den sich die Mehrheit geeinigt hat. Was du mit der Beobachtung machst, ist deine Entscheidung.
Quote (Decimal Odd)
Der Faktor, den ein Bookmaker pro Euro Einsatz auszahlt, wenn das Ereignis eintritt — inklusive Einsatz. Eine Quote von 2.50 bedeutet: 1 Euro Einsatz → 2.50 Euro Auszahlung (1.50 Euro Gewinn).
ValueKick zeigt überall Decimal-Quoten (auch „europäische Quoten“ genannt), nie Fractional oder American Odds.
Implizite Wahrscheinlichkeit
Die Wahrscheinlichkeit, die eine Quote rechnerisch ausdrückt: `p = 1 / Quote`.
Diese rohe implizite Wahrscheinlichkeit enthält noch die Bookmaker-Marge — die Summe aller drei impliziten 1X2-Wahrscheinlichkeiten ist daher in der Regel größer als 100 %.
Beispiel: Heim 2.00, Unentschieden 3.50, Auswärts 4.00 → 50 % + 28,6 % + 25 % = 103,6 %. Die 3,6 % über 100 % sind die Marge des Bookmakers.
Bookmaker-Marge (Overround / Vig)
Der Aufschlag, den ein Bookmaker in seine Quoten einrechnet. Erkennbar daran, dass die implizite Wahrscheinlichkeit aller Outcomes zusammen > 100 % ergibt.
Eine Marge von 5–8 % ist bei Top-Ligen üblich. Scharfanbieter liegen oft bei 2–3 %, Standardanbieter eher bei 6–10 %. Je höher die Marge, desto schlechter der Preis — das gilt unabhängig davon, wie das Spiel ausgeht.
Median (Konsens-Anker)
Der mittlere Wert aller Buchmacher-Quoten für dieselbe Auswahl. Sortiere die Quoten der Größe nach; der Median ist die in der Mitte.
ValueKick nutzt den Median und nicht den Durchschnitt: Ein einzelnes Buch, das weit danebenliegt, verschiebt den Durchschnitt — den Median nicht. Der Median ist der Konsens, gegen den ValueKick alles Weitere misst. Er ist ausdrücklich **nicht** ein „richtiger“ Preis, sondern nur der, auf den sich die Mehrheit der Bücher geeinigt hat.
Beispiel: Fünf Bücher notieren 3.10 / 3.15 / 3.20 / 3.25 / 4.00 → Median 3.20. Der Durchschnitt läge bei 3.34, verzogen vom Ausreißer.
Bewegung
Wie weit der Median einer Auswahl in den letzten 12 Stunden gewandert ist.
Bewegung heißt: Der Markt hat seine Meinung geändert. Warum, sagt ValueKick nicht — Aufstellungen, Verletzungen, Wettvolumen und schlichte Korrekturen sehen von außen gleich aus. Die Richtung ist eine Tatsache; ihr Grund ist eine Vermutung.
Streuung (Interquartilsabstand)
Wie weit die Bücher bei derselben Auswahl auseinanderliegen. Gemessen als Abstand zwischen dem oberen und dem unteren Viertel der Quoten (IQR).
Große Streuung heißt: Die Bücher sind sich uneinig. Das ist eine Aussage über den Markt, nicht über das Spiel — und erst recht keine darüber, welches Buch recht hat.
Ausreißer
Ein einzelnes Buch, dessen Quote deutlich neben dem Median der übrigen steht — gemessen in Vielfachen der Streuung.
Ein Ausreißer kann ein Fehler des einen Buches sein oder ein Vorsprung an Information. Von außen ist das nicht zu unterscheiden, und ValueKick behauptet nicht, es zu können. Angezeigt wird die Beobachtung, nicht ihre Deutung.
Closing Line (Schlussquote)
Die Quote kurz vor Anpfiff — der letzte Stand, den ein Markt erreicht, bevor gespielt wird.
Bis dahin ist alles eingepreist, was öffentlich bekannt ist: Aufstellungen, Ausfälle, Wetter. Deshalb ist die Schlussquote der Punkt, an dem der Markt am meisten weiß — und der Vergleich mit einem früheren Stand zeigt, wie weit er sich bewegt hat.
Markt-Favorit
Das Outcome mit der niedrigsten der drei 1X2-Quoten. Decimal-Odds invertieren direkt zur Wahrscheinlichkeit — die niedrigste Quote markiert das wahrscheinlichste Ereignis aus Markt-Sicht.
Der Favorit hat per Definition die niedrigste Auszahlung. Dass er wahrscheinlich gewinnt, sagt nichts darüber, ob sein Preis gut ist — beides sind verschiedene Fragen, und ValueKick beantwortet nur die erste.
Datenqualität
Wie viele Buchmacher-Quoten aktuell vorliegen und wie frisch sie sind.
Unter zwei Büchern gibt es weder Median noch Streuung — dann zeigt ValueKick kein Marktbild, statt eines zu erfinden. Und wenn die letzten Quoten zu alt sind, sagt die Seite das, statt einen Stand von gestern als heutigen auszugeben.
Die hier erklärten Begriffe sind Analysebegriffe, keine Wettempfehlungen. ValueKick zeigt Marktdaten und Auffälligkeiten — ob daraus ein Einsatz wird, ist eine separate Entscheidung.